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 Duisburg Hochfeld
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EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH

Gebietscharakter und Ausgangslage

Haeuserzeile in Hochfeld vor der Sanierung
Der Stadtteil Hochfeld liegt südwestlich der Duisburger Stadtmitte entlang der von der Industrie geprägten Rheinfront. Das Programmgebiet umfasst eine Fläche von 457 ha mit ca. 22.000 Einwohnern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete Hochfeld eine Einheit aus industrieller Produktion mit reichhaltigem Arbeitsplatzangebot sowie dem Wohnraum der arbeitenden Bevölkerung. Aus dieser extremen Verzahnung von Wohnen und Arbeiten resultierten räumliche Enge sowie übermäßige Lärm- und Luftbelastung.

Der wirtschaftliche Niedergang der Hochfelder Schwerindustrie führte zu einem Wegfall von annähernd 20.000 Arbeitsplätzen. In den letzten 40 Jahren ist als eine Folge daraus ein Bevölkerungsrückgang von fast 50 % zu verzeichnen - überwiegend einkommensstärkere deutsche Familien. Hochfeld büßte so einen großen Teil seiner Kaufkraft ein.
Häuserzeile in Hochfeld vor der Sanierung











Zugezogen sind viele Nichtdeutsche, die jetzt einen Anteil von 36 % an der Gesamtbevölkerung stellen. Der überwiegende Teil der Migranten kommt aus der Türkei (49 %), gefolgt von Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien (15 %) und Griechenland (12 %).

Die Altersstruktur der Wohnbevölkerung ist mit einem Durchschnitt von 38 Jahren "jung". Der Anteil der Kinder im Alter von bis zu 2 Jahren beträgt 4 %, der Anteil der Einwohner über 60 ist mit 20 % deutlich niedriger als im Duisburger Durchschnitt (26 %). Ursache hierfür ist der im Vergleich zur deutschen Bevölkerung niedrigere Altersdurchschnitt der ausländischen Einwohner.
Die Strukturschwäche Hochfelds zeigt sich auch im niedrigen Bildungsniveau der Schulabgänger. Hinzu kommen eine hohe Arbeitslosigkeit und überdurchschnittlich viele Haushalte mit Sozialhilfe- und Wohngeldbezug.


Potenziale und Handlungsansätze

Hochfeld kann nach über 25-jähriger Sanierungs- und Stadterneuerungspraxis auf Ergebnisse, vor allem aber auf bestehende Kooperationsbeziehungen zurückgreifen. Das nun integrierte Handlungskonzept wird immer mehr eingebettet in die übergreifenden städtischen Entwicklungsstrategien.
Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung zwischen der Vision "Hochfeld 2010", die den Stadtteil an den Rhein heranführen soll, mit dem im Jahr 2004 gestarteten Projekt „Rheinpark“. Hier ist eine bemerkenswerte Verbesserung der Freiraumsituation für den Stadtteil in Sicht.

Das "Integrierte Handlungsprogramm für die Stadtteilerneuerung Duisburg-Hochfeld" setzt Schwerpunkte in folgenden Handlungsbereichen:

  • Städtebauliche Entwicklung, Wohnen und Wohnumfeld (In Vorbereitung ist beispielsweise die Umgestaltung zentral gelegener öffentlicher Plätze (Brückenplatz und Platz an der Pauluskirche) sowie die Umgestaltung der zentralen Haupteinkaufsstraße Wanheimer Straße. Methodische Ansätze der Planungsbeteiligung sind u.a. Workshops und Ideenwerkstätten.)
  • Lokale Ökonomie und Beschäftigung (Zentraler Bestandteil ist die begleitende Betreuung und Beratung von Klein- und Kleinstgewerbetreibenden sowie (potenziellen) Existenzgründern im Stadtteil.)
  • Soziales Zusammenleben (Neben Angeboten zur Bildungs- und Gesundheitsförderung geht es dabei insbesondere um die Unterstützung der Bürgerschaft, der Vereine und Träger in Zusammenarbeit mit der Stadt und den städtischen Gesellschaften und Vernetzung der Aktivitäten vor Ort.)


Arkaden in Hochfeld

Arkaden in Hochfeld







Organisation und Lokale Partner


Die Steuerung der Erneuerungsaktivitäten erfolgt in Duisburg seit 1999 zentral durch die EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH, eine eigenständige städtische Tochtergesellschaft. Erste Anlaufstelle für Ideen, Wünsche, Verbesserungsvorschläge und Kritik in Hochfeld ist ein Stadtteilbüro. Neben Information über Maßnahmen der Stadtteilerneuerung und der Beratung über Förderprogramme erfolgt hier u.a. Unterstützung von Vereinen und Initiativen, bei Stadtteilfesten, Ausstellungen und Sportveranstaltungen sowie Hilfestellung bei Behördenangelegenheiten und Beratung bei Wohnungs- und Mietangelegenheiten.
Mit dem "Runden Tisch für Hochfeld" - 1997 von aktiven Hochfelder Bürgern, Vereinen, Institutionen und Geschäftsleuten ins Leben gerufen - besteht ein bürgerschaftliches Entwicklungsforum.

Kooperation im Stadtteil

Kooperation im Stadtteil Quelle: EG DU 2002








 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele

1975

Beginn umfangreicher Sanierungen, z.B. die Trennung von umweltbelastender Schwerindustrie und Wohnnutzung (Umsetzung des Abstandserlasses NRW)



1996

Verabschiedung der "Entwicklungskonzeption Hochfeld-West", in der die vorhandenen Strukturdefizite und städtebaulichen Probleme des Stadtteils aufgezeigt und erste integrierte Maßnahmen beschlossen wurden


1997

Gründung des "Runden Tisches für Hochfeld"


1999


Aufnahme der Tätigkeit der EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH in Hochfeld; Bildung des Stadtteilmanagements und Stadtteilausschusses als erweiterte Beteiligungsstrukturen


seit 1999


"Aktion sauberes Hochfeld": Aktionen an Schulen, Patensuche für Baumscheiben und Grünflächen, systematische Erfassung der "Müllecken", Öffentlichkeitsarbeit



2000


Aufnahme in das integrierte Handlungsprogramm des Landes für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf




seit 2000

Farbiges Hochfeld



Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen (Fassaden-/ Innenhofgestaltungen, "Farbiger Stadtteil Hochfeld")


"Farbiges" Hochfeld








Durchführung von Kinderkulturprojekten unter Einsatz des EG DU - Spielmobils


2001


Beschluss des Rates der Stadt Duisburg über das "Integrierte Handlungsprogramm für die Stadtteilerneuerung Duisburg-Hochfeld"


seit 2001


Partizipationsprojekt "Mehr Platz für Kinder": Erschließung neuer Flächen für Spiel- und Bewegungsräume; Schulhöfe und Spielplätze werden nach ökologischen und pädagogischen Aspekten umgebaut oder geschaffen


Maßgeschneiderte Bildungsangebote, z.B. für Kinder, Jugendliche, Mütter, zum Erwerb bzw. zur Verbesserung der deutschen Sprache



"Gesunde Ernährung": z.B. gesundes Frühstück oder Mittagessen im Kindergarten bzw. Kochkurse für Kinder und Erwachsene


Nov 2001


Eröffnung des Frauencafes "Tacheles" als attraktiver Treffpunkt für Frauen aller Nationalitäten



Feb 2002


"Ideenwerkstatt Sport" in Kooperation mit allen in diesem Bereich Tätigen und Interessierten



2003


Gründung der Eigentümerinitiative „Klüngelclub; Imagekampagne zur Verbesserung des Wohnstandortes Hochfeld

Stadtteilführer „Was ist los in Hochfeld“: Broschüre mit Angeboten nichtkommerzieller Vereine, Institutionen, Organisationen und Initiativen die einen Bezug zu Hochfeld haben


2004


Umgestaltung des Brückenplatzes entsprechend der Ideen einer Planungswerkstatt, u. a.: Verlagerung des Parkplatzes; Brunnen, Sitzbänke; Neubau und Privatisierung des Kiosks; Erhalt der öffentlichen Toiletten

Schulhof GGS Hochfelder Markt: Verbesserung der Schulhofgestaltung; neue Spielgeräte; Bolzplatz für Kinder; „Baumhaus“

Umgestaltung des Pauluskirchplatzes unter Mitwirkung der Bürgerschaft: nach einer Ideenwerkstatt in der Pauluskirche;
Neugestaltung des Platzes: Neupflasterung, Sitzbänke, Restaurierung der Einfassungsmauer, zentraler Zugang zur Kirche, Anstrahlung der Kirche, Spielpunkte

100 bemalte Strom- und Telefonkästen in Hochfeld: Jugendliche bemalen Hochfelder Strom- und Telefonkästen mit den Nationalflaggen der EU-Mitgliedsländer

Handwerkermarkt: Präsentation von Gewerbetreibenden aus Hochfeld zu den Themen: Wohnungsbau, Wohnungsmodernisierung, Energie, Gartenbau ...

Kinderbücherei beim CaKaDu-Treff: Kinderbücherei mit Internet-Café für Kinder bis zu 12 Jahren; Anschaffung von Büchern, Hörkassetten etc. in Deutsch, Türkisch und anderen Sprachen; 2-4 Computer mit Lernsoftware, Internetzugang

LOS Programm: Förderung von Mikroprojekten im Rahmen des Bundesprogramms LOS - Lokales Kapital für soziale Zwecke. Hauptzielrichtung: Ziel der Eingliederung von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt


Dez 2004


Entscheidung des europaweiten Planungswettbewerbs „RheinPark“. Das Wettbewerbsprogramm wurde in Zusammenarbeit mit dem „Runden Tisch Hochfeld“ erarbeitet.


2005


Vorbereitung der Realisierung des RheinParks. Die EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH ist für das Projektmanagement verantwortlich. Einbindung der Hochfelder Bürgerschaft in den Umsetzungsprozess des RheinParks (Informationsveranstaltungen, Geländeführungen, Publikationen u. a.)



Perspektiven

Wesentlicher Baustein des Entwicklungsprogramms „Zukunft Duisburg“ ist die Vision „Hochfeld 2010“. Durch die Verlagerung von industriellen Nutzungen in andere Stadtteile werden große Flächen am Rhein frei. Duisburg nutzt diese Chance und entwickelt mit dem Projekt RheinPark ein neues Stadtquartier mit einem weiträumigen Uferpark. Die neuen Freiflächen ermöglichen den Bürgerinnen und Bürgern erstmals seit 150 Jahren einen stadtnahen Zugang zum Rhein. Mit den geplanten Spiel- und Erholungsflächen wird die Wohnqualität im hoch verdichteten Stadtteil Hochfeld nachhaltig verbessert. Die Gestaltung der attraktiven Parkanlage soll zudem privatwirtschaftliche städtebauliche Entwicklungen anstoßen und zur Stabilisierung des Stadtteils beitragen. Die Fertigstellung des RheinParks ist in wesentlichen Teilen (ca. 27 ha) bis 2008 geplant. Weiteres Schlüsselprojekt ist die geplante Umnutzung der ehemaligen „Alten Feuerwache“ als kulturelles und soziales Zentrum mit gewerblicher Nutzung

Wettbewerbsentwurf zum RheinPark

Wettbewerbs-entwurf zum RheinPark











Materialien zum Download

RheinPark (PDF 2,4 MB)





 Ansprechpartner

Koordination

EG DU
Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH
Willy-Brandt-Ring 44
47169 Duisburg

Telefon: +49 (0)2 03 / 994 29-10
Telefax: +49 (0)2 03 / 994 29-11

E-Mail: info@eg-du.de

Website: www.eg-du.de


Stadtteilbüro

EG DU
Stadtteilbüro Hochfeld
Georg Fobbe
Heerstraße 109
47053 Duisburg

Telefon: +49 (0)2 03 / 994 29-70
Telefax: +49 (0)2 03 / 994 29-73

E-Mail: gfobbe@eg-du.de


Stand: September 2005
Brigitte Grandt, Georg Fobbe, EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH

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